1. ICSI

Künstliche Befruchtung…

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Ist ein sehr aktuelles und sensibles Thema was aber leider in unserer Gesellschaft totgeschwiegen  wird. Da wir aber selber betroffen sind und ich weiß wie viele Paare mit solch einem Schicksal kämpfen, möchte ich euch unsere Geschichte mitteilen.  Im Prinzip beginnt alles schon bei meinen Eltern. Sie haben 6 meiner Geschwister verloren (alle waren im 6. – 7. Monat) und auch ich kam 10 Wochen zu früh auf diese Welt. Meine jetzige Sturheit hat sich damals schon bemerkbar gemacht und so habe ich mich groß gekämpft.  Schon immer war mein Wunsch riesig so früh wie möglich eine eigene Familie zu gründen. Nachdem ich meinen Mann, damals noch Freund, gefunden hatte, wurde die Sehnsucht danach immer stärker. Im Juni 2011 hatte ich eine Operation wo mir die Schilddrüse komplett entfernt wurde. Im Dezember war ich dann ganz überraschend und unerwartet schwanger. Im Nachhinein ist es wirklich ein Wunder wie das überhaupt passieren konnte? Im August 2012 kam dann der “kleine Hallo“ gesund auf die Welt. Die Geburt war eine reine Katastrophe, diese hätte eigentlich einen eigenen Blogeintrag verdient. Zuerst sah alles nach einer ganz normalen und sogar schnellen Entbindung aus, aber leider ging es dann nicht weiter, obwohl ich pausenlos Wehen hatte. Im Endeffekt musste ein Notkaiserschnitt gemacht werden. Das Ende vom Lied, wir lagen 10 Tage im Krankenhaus. Zum Glück hatten wir ein Familienzimmer, denn ich bekam drei oder vier verschiedene Antibiotika weil ich fast 40 Grad Fieber hatte und keiner so recht wusste woher das kam. Irgendwie wurde dann alles wieder gut und ich konnte endlich meiner Mutterrolle gerecht werden.

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Knapp 4 Monate später dachte ich erneut schwanger zu sein. Erstmal war dies ein kleiner Schock aber ganz schnell freundeten wir uns mit diesem Gedanken an. Nachdem der Zyklus immer länger aber der Test nicht positiv wurde suchte ich meinen Frauenarzt auf. Der konnte auch nicht viel dazu sagen und so standen wir in der Schwebe und waren auch nicht schlauer. Nach eineinhalb Jahren und super langen Zyklen machte ich erneut einen Termin aus. Da kam heraus das ich unter dem PCO Syndrom leide, einer hormonellen Störung die wahrscheinlich durch das damalige starke Übergewicht ausgelöst wurde. Daher bekam ich ein Medikament  Metformin  was eigentlich nur bei Diabetes Patienten eingesetzt wird aber auch hier als Therapie dienen kann.  Es hat auch tatsächlich geholfen aber mir ging es damit körperlich nicht gut. So suchten wir Mitte 2016 zum ersten Mal die Kinderwunschklink auf. Dort wurden alle üblichen Tests  gemacht, wobei nichts Relevantes oder Auffälliges rauskam. Bei meinem Mann war alles in Ordnung und bei mir im Prinzip auch bis auf das PCO, was allerdings schon besser geworden war, weil ich da bereits mit dem Laufen und der Ernährungsumstellung begonnen hatte.  Daher stimulierten wir zwei Zyklen mit Clomifen und den Auslösespritzen aber auch da gab es nichts Positives zu berichten. So sollte eine Untersuchung mit Kontrastmittel stattfinden die uns allerdings Geld gekostet hätte. So telefonierte ich mit unserer damaligen Krankenkasse und die wickelte mich so um den Finger, dass wir auf deren Rat zu einer anderen Kinderwunschklink wechselten. Dort wurde erneut alles getestet allerdings hieß es dann, man sollte doch gleich die künstlich Befruchtung in Betracht ziehen und alles andere hätte keinen Sinn. So wurde alles bei der KK beantragt und auch ziemlich schnell genehmigt. Da aber im Januar 2017 noch ein Urlaub geplant war wollten wir mit der ICSI erst danach starten. Aber während der Zeit bekamen wir ein zunehmend schlechtes Gefühl und entschieden uns dann dagegen. So versuchte ich mit dem Thema abzuschließen und konzentrierte mich ganz auf meine zwei Männer und das Laufen. Damit lief es auch super bis dieses Jahr zu meinem 30ter Geburtstag. Wieso auch immer, dachte ich da schwanger zu sein. Natürlich war das nicht der Fall, aber dieser Gedanke entflammte einfach noch größer als je zuvor. Für mich stand fest einen neuen Termin in der ersten Klinik zu machen, dort hatten wir uns auch sehr wohl gefühlt und ich fragte mich wie dumm ich nur gewesen war kurzzeitig zu einer anderen gewechselt zu haben. Parallel entschieden  wir bei der DAK einzusteigen, den unsere alte KK übernahm keine 100 Prozent mehr. Ich hatte vorher angefragt ob es nicht möglich sei diese 100% nun in Anspruch zu nehmen, da wir damals dies ja nicht getan hätten, da lachte mich die Dame von der IKK BB am Telefon eiskalt aus. So war die Entscheidung klar wie Kloßbrühe zu wechseln. Währenddessen hatte sich auch in der Kinderwunschtherapie einiges getan und die Ärztin empfahl mir eine Spezialistin aus der Charité. Da ich ja damals einen Notkaiserschnitt hatte, kann es dadurch als Folge zu Entzündungen und Vernarbungen kommen. Dies sollte überprüft werden. So bekam ich im August nach einer Untersuchung bei der spezialisierten Ärztin einen OP Termin. Da es tatsächlich Auffälligkeiten bei mir gab. Diese könnten zufolge haben wieso wir seit fast 6 Jahren Geschwisterlos sind. Zum Glück war es nur ein kleiner Eingriff und alles lief den Umständen entsprechend gut. Ich hatte natürlich große Hoffnung, dass es danach gleich klappen würde, wie dumm von mir, umso enttäuschter war ich dann mal wieder. Währenddessen kamen im September die neuen Karten der DAK und ich beschloss damit zur Kinderwunschklink zu fahren damit die Klinik einen Behandlungsplan fertigstellen und abschicken konnte. Etwa zwei Wochen später hatten wir die Genehmigung für 3 Versuche, die zu 100% übernommen werden. Ich wollte eigentlich gleich starten, da ich und meine Familie aber überraschend von der Firma Garmin auf ein Blogger Event eingeladen waren, setzte ich noch einmal aus. So fing ich dann abends am 22.10.18 mit 112,5 Gonal-F an zu spritzen.

Theoretisch hätte ich in dieser Zeit noch laufen gehen können aber leider hatte ich mit kuriosen Rückenschmerzen zu kämpfen.  Ab dem 26.10.18 begann ich zusätzlich morgens mit einer Spritze die den Eisprung unterdrücken sollte, diese waren etwas fies, weil sie brannten. Mein Bauch wurde auch zunehmen größer und ich machte mir etwas Sorgen wegen einer Überstimulation. Zum Glück hatte ich dann am 29.10.18 einen Termin und schon so viele große Eizellen das ich mit einem Rezept für die Auslöse Spritze nach Hause ging.

Diese musste ich Punktgenau um 21:45 “nehmen“. Denn zwei Tage später am 31.10.18 war die Punktion inklusive kurzer Vollnarkose. Diese Zeit war irgendwie aufregend und spannend zugleich da es ja unsere erste ICSI war, hatte man quasi noch keine Vorstellungen.

Es wurden dann 13 Eizellen entnommen, wir hatten allerdings als Wunsch, das nur die zwei Besten davon in die Kultur gehen, das hat persönliche/religiöse Gründe. Jeder muss das für sich selbst entscheiden und sich auch in solch einer Situation damit wohl fühlen. Daher kam dann der kritischste Zeitpunkt, denn da hätte schon alles zu Ende sein können. Im schlimmsten Fall hätte es nämlich keine der beiden geschafft sich zu befruchten und weiterzuentwickeln. Aber einen Tag später gegen vormittags kam der erlösende Anruf, beide Himbeeren hatten es geschafft, ich war überglücklich. So gab es dann schon am 02.11.18 den Babysshuttle. Dies lief relativ entspannt ab und danach begann die unendliche Warteschleife. Am Anfang wurde ich noch abgelenkt von den ganzen Folgen der Punktion. Ich sah aus wie im 6ten Monat schwanger, es war schwer sich zu bewegen und Schmerzen hatte ich auch. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei, allerdings begannen dann Hitzewallungen, Übelkeit und extrem viele Pickel auf meinem Gesicht machten sich breit. Das alles waren leider ganz typische Anzeichen das es nicht geklappt hatte. Denn immer 8-3 Tage bevor der Zyklus endet kommen diese Vorboten. Bei Instagram waren alle so lieb und positiv und haben mich versucht aufzubauen aber als ich dann an PU+13 und TF+11 einen negativen Test in der Hand hatte war es für mich gegessen.

Ich jammerte, heulte und schrie, es war einfach ein grausames Gefühl. Wir hatten seit so vielen Jahren die erste reale Chance und diese hatte nicht gefruchtet. Durch das Utrogest wurde eine Klitzekleine Hoffnung bis zum Bluttest am Leben erhalten, der aber wie vermutet Negativ ausfiel und ich darauf erstmal eine Frustrunde laufen ging. Ich habe diese ganze Prozedur auf jeden Fall unterschätzt und es hat mich mehr mitgenommen als gedacht. Ich möchte aber bewusst traurig, wütend und enttäuscht sein. Ich bin sonst immer fröhlich und positiv aber in dieser Situation will ich einfach mal allen Gefühlen freien Lauf geben. Ich hatte nun auch ein Gespräch mit der Ärztin und diese sagte, dass wir sogar eine 50% Chance hatten und es meistens dann an den Embryos lag. Den zweiten Versuch starten wir Anfang 2019 und bis dahin nehme ich einige unterstützende Vitamine ein. Ich werde euch im social media wieder mitnehmen, denn das hat auch mir geholfen. Der Kontakt unter Gleichgesinnten, das Verständnis und der Zusammenhalt waren wirklich toll auch wenn die erste ICSI negativ war. Natürlich war das alles auch nicht einfach für meinen Mann. Aber wir sind EIN Team und gemeinsam schaffen wir alles, umso dankbarer bin ich ihn an meiner Seite zu haben ❤

Eure Sandra

*Werbung da „Marken“ zu sehen


2 Gedanken zu “1. ICSI

  1. Wow, was für ein toller und interessanter und offener Artikel. Ich selbst habe mich auch schon mit dem Thema beschäftigt, da meine Frauenärztin mir auch schon gesagt hat, dass das vielleicht Thema bei mir werden könnte, wenn ich Kinder will. Ich selbst habe eine jahrelange Essstörung hinter mir und bin nun auch nicht mehr Mitte zwanzig. Habe deinen Beitrag wirklich mit großem Interesse gelesen. Liebsten Dank fürs Teilen. Wünsche euch ganz viel Glück und Erfolg im Januar und wollte fragen, wo finde ich dich denn bei Instagram, da würde ich auch gerne folgen:-)
    Liebste Grüße
    Mia

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    1. Hallo liebe Mia, das mit der Essstörung tut mir leid! Ich weiß was das für ein Teufelskreis ist aber ich kann dir Hoffnung machen, unser Sohn kam ja auf natürlichem Wege ❤ Aber ich würde nicht zu lange warten mit einer Kinderwuschklinik, wir hätten damals auch viel früher reagieren sollen! Und Danke schön, bei Instagram heiße ich: mami_running
      Ganz liebe Grüße zurück :*

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